In früheren Jahren habe ich mich mit dem Telefon befaßt, da ich festgestellt hatte, daß die Menschen jeglicher Kommunikation unfähig sind. So entstanden Skulpturen und Objekte.
Danach protestierte ich gegen die Schere, weil sie die Kommunikation abschneidet, weil sie kastriert, wegnimmt entwurzelt und dergleichen. Das Ergebnis waren meine "Photometallischen Reliefs".
Später beschäftigte ich mich mit dem Brotlaib, weil eben der Mensch nicht teilen kann. Es entstanden Zeichnungen und Collagen. Mit dieser Trilogie meine ich, den heutigen Zustand des Menschen gänzlich beschrieben zu haben.
Als "Trost" hat der Mensch auch noch das Damoklesschwert des 20. Jahrhunderts erfunden. Er läßt es auf bedrohlichste Weise über unser aller Köpfe schweben. Er schuf die Bombe, die, sobald sie explodiert, die totale Vernichtung der Menschheit zur Folge hat.
Dieser Wahn entspricht dem menschlichen Zustand und seiner Zukunft. Eine Retuung, wenn es eine geben soll, sehe ich nur durch die Kultur, durch Geist und Wissen und wenn dadurch, was als Elite bezeichnet wird, zur Allgemeinheit der Menschheit würde.
Diese Überlegung führte mich zu meinen Köpfen, deren Gesichter - die gewisser Vordenker - ein aufgeschrecktes und besonderes Bewußtsein verraten; ihr Ausdruck sagt über den Zustand des Menschen aus und vermittelt Dinge, wie ich hoffe, die durch eine visuelle Sprache des Geistes, eine Weltsprache ohne Worte, ihre Betrachter zu einem Befruchtungsprozeß ermutigen. Der Titel des Doppelzyklus ist Mirrorical Return & Geisel. Die Geiseln des Spiegels sind hier gemeint. Es handelt sich um Triptychon, aus Zeichnungen, Photofragmenten, Mixed media und Ölmalerei bestehend.
Solange es das Spiegelbild gibt, gibt es Leben. Deshalb soll das Spiegelbild bis ins Unendliche wiederholt werden. Verschwindet es, so geht die Welt unter.
Zum Syndrom Medien
Ich habe mich immer schon mit der Auseinandersetzung Mensch/Technologie befaßt. In meinem Falle also Malerei im Dialog mit Photographie. Oder mit Walter Benjamins Reproduzierbarkeit des Kunstwerks in unserem Zeitalter sowie mit Adornos Frage, die Poesie betreffend, ob sie post Auschwitz noch möglich sei. Diese beiden Statements mögen schon der Ansatz gewesen sein, zu dem was folgte: zum Eingriff der Medien mit ihrem vernichtenden Einfluß auf die Art der sogenannten Kunst, die heute, dank ihrer, betrieben wird, und zu den Mißberständnissen, die sie erzeugen - nur bei passiven Menschen allerdings - einen regelrechten Kunstboom vorzutäuschen...
Kunst war immer selten - durch das Syndrom Medien wird sie nur noch seltener. |