StartseiteKunst in der KanzleiMagdalena Abakanowicz

1930 in Falenty, Polen geboren, lebt und arbeitet in Warschau.

Sie studierte Malerei und Zeichen an der Akademie der Schönen Künste in Warschau.

Ihre Arbeitsgebiete sind Malerei, Graphik und das Schaffen großer Zyklen figürlicher Skulpturen.

Seit 1965 unterrichtet sie an der Akademie der Schönen Künste in Poznan, die sie auch zum Professor berief.

Ihre Arbeiten wurden in über fünzig Museen in Europa, Amerika, Australien und Japan ausgestellt.

Neben vielen Auszeichnungen ist der Polnische Staatspreis hervorzuheben und die Ernennung zum "Doctor honoris causa" durch das Royal College of Art, London.

Die Arbeiten befinden sich in vielen bedeutenden Sammlungen und Kunstgärten, z.B. Centre George Pompidou, Paris; Museum of Modern Art, New York; Stedelijk Museum, Amsterdam; National Museum, Warschau; Israel Museum, Jerusalem


Antworten

Ich besitze keinen Fernseher und lese keine Zeitungen. Bei meiner Arbeit lausche ich der symphonischen Musik, und das Übermaß an in meinem Umfeld verstreuter Informationen dringt sowieso zu mir durch und macht mich laufend mit all dem bekannt, was in der Welt vorgeht.

Die Medien sind und werden ähnlich unvollkommen oder genial sein wie die Menschen, die mit ihnen manipulieren. Sie sind den komplizierten Forderungen der Politik, des Handelns, der Unterhaltung und zu guter letzt diesem ganzen alltäglichen Existenkampf ausgesetzt.

Die Gründe für die uns quälenden Konflikte erblicke ich in der Konstruktion des menschlichen Gehirns, in dem Instinkte von ungemeiner Kraft mit dem Verstand konkurrieren und auf unsere Verhaltensweise ohne Anteil unseres Bewußtseins einwirken. Die unsere Existenz seit ihren Uranfängen begleitenden Mythologien und Philosophien haben beständig nach Entschuldigungen für diese Inkohärenz zwischen Idee und Tat, zwischen Intellekt und Emotion gesucht. Auch die Massenmedien besitzen der Ehrgeiz, das menschliche Bewußtsein zu beeinflussen. Die Resultate sind schwer einzuschätzen. Die zwischenmenschliche Aggression ist heutzutage sehr ausgeprägt. Wir sind zum Leben innerhalb einer neuen Kriegsform gezwungen worden, die auf der uns von allen Seiten her umgebenden Bedrohung, auf der uns überall erreichbaren zersplitterten Gefahr, beruht.

Die Frage über die Medien ist eine Frage über die Realität, aus der sie resultieren. Die Antworten müssen wir auf zwei höheren Ebenen als es die Rücksichten der direkten Brauchbarkeit sind, suchen: Die erste davon ist die wissenschaftliche Ebene, insbesondere die ökologische. Wir müssen uns eine klare Vision der lebendigen Welt, ihres Funktionierens und ihrer Erfordernisse erarbeiten, erst dann werden wir die Biosphäre entsprechend bewirtschaften und aus ihr maximale Nutzen, in weitreichender Perspektive, ziehen können. Die zweite Ebene betrifft das Problem unseres Wissens, das völlig unnütz sein wird, wenn es uns nicht zu tiefreichender Reflexion anregt, die zur Erschaffung einer neuen Politik insbesondere aber einer neuen Philosophie führt.

Unsere Zivilisation scheint ihrem Ende schon recht lange nahe zu sein.

Wir, die Reichen aus Europa, Amerika, Japan und einigen entlegeneren Provinzen unserer Industriezivilisation sind nur noch eine einsame Minderheit inmitten der Unterentwicklung und Armut der Länder, die verschämt als Dritte Welt bezeichnet werden.

Alle Menschen werden gemeinsam eine neue Zivilisation errrichten müssen, die vor keiner, aus denen gegenwärtig die Menschlichkeit besteht, die Türe zugeschlagen wird.

Die Massenmedien könnten dann eine mächtige hilfreihe Kraft darstellen, wenn sie sich in weisen und schöpferischen Händen befinden würden.

Meine Zeichnung trägt den Titel "DIE MENGE". Sie erfordert keine Erklärung


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