StartseiteKunst in der KanzleiJohannes Grützke

1937 geboren in Berlin,
lebt in Berlin und Hamburg

Er studierte von 1957-64 an der Hochschule für Bildende Künste Berlin. Er war Mitbegründer der "Neuen Prächtigkeit"

In seinen unverwechselbaren Bildern gibt es kaum Spuren politischen Engagements.

Seine Arbeiten befinden sich in vielen bedeutenden Museen wie z. B. der Nationalgalerie Berlin.

Seit Ende der siebziger Jahre widmet sich Grützke auch der Bühnenbildnerei. Seit 1985 arbeitet er als freier Mitarbeiter und künstlerischer Berater bei Peter Zadek in Hamburg.

1986 erhält Grützke den großen Preis der Heitland Foundation in Celle für ein richtungsweisendes Gesamtwerk.

1987 gewinnt er den Wettbewerb um das Monumentalwerk in der Paulskirche in Frankfurt/Main.


Zukunft der Medien - Medien der Zukunft

Wenn ich, Johannes Grützke, in die Zukunft sehe, so sehe ich gar keine Zukunft, sondern sehe Vergangenheit. Warum? Weil, wie ich an anderer Stelle schon ausführte, Zukunft unsichtbar ist, weil nicht existent, Vergangenheit dagegen sichtbar, denkbar, faßbar, greifbar, fühlbar... ist, weil existent (früher, soeben, jetzt und in Zukunft - Zukunft: Hoffnung auf Vergangenheit).

Wenn ich, Johannes Grützke, die oder mehrere Medien in der Zukunft betrachte, so sehe ich nichts anderes, als die oder mehrere Medien der Vergangenheit (weil mein Auge oder mein Geist naturgemäß nur sieht, was er sieht oder woran er sich erinnert, daß er gesehen hat). Mein geübter Geist kann natürlich aus der Wahrnehmung von allerlei Tendenzen und Veränderungen vergangener Zeitläufe eine Spekulation wagen, die aus den unausbleiblichen Erkenntnissen der Lebenszyklen hergestellt sein könnte; wie etwa: Was beginnt, das endet auch! oder: Was einst begann, wird einst enden! (Natürlich, ruft jetzt jemand dazwischen, alles endet einst! Darauf ich: Aber nur, was einst egann).

Die Buchdruckerkunst ist einst erfunden worden, sie wird einst enden. Das Radio, das Fernsehgerät ist einst erfunden worden, es wird einst enden...

Jetzt taucht die Frage auf: gibt es denn etwas oder manches oder eines, daß nicht begann? Darauf ich: Ja, ja die gibt es! Nämlich die Triebkräfte zu diesen schönen Erfindungen, etwa: Das Mitteilungsbedürfnis und das Erfahrungsbedürfnis, diese sind keine Erfindungen, sondern Eigenschaften von Menschen, die beginnen nicht und enden also auch nicht (Ob die ganze Menschheit begann und folglich enden wird, ist unter Menschen kein lohnender Gesprächsstoff. Wir schauen auf uns und zwar aus unseren Augen, aus welchen denn sonst!)

Tja, ich denke schon, daß auch in Zukunft über Vergangenheit Mitteilung gemacht werden wird, und iwe? Hier kann ich nur Wünsche formulieren: Ich wünsche mir und allen, denen ich Gutes wünsche, die Abwesenheit von Geplapper, Aufgeblasenheit und Dämlichkeit. Ein frommer Wunsch, an wen eigentlich gerichtet? An die Medien? Die werden diesen Wunsch von sich weisen, denn sie sind, sagen sie, nicht das Geplapper, sie berichten nur darüber. Aber es wäre schön, wenn sie während des Geplappers ermüden würden und die Quellen der Intuition suchen würden und Mitteilungen zustande brächten, die ienen Menschen erregen. Jedoch ist das Geplapper, die Aufgeblasenheit und die Dämlichkeit nicht einst erfunden worden und wird folglich nicht enden. (Mit der Zahl der Menschen ab- oder zunehmen).


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